BRAUNOL Schleimhautantiseptikum, 100 ml
BRAUNOL Schleimhautantiseptikum
Hersteller: B. Braun Melsungen AG
PZN: 01588679
Darreichung: Lösung
Inhalt: 100 ml
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Gebrauchsinformationen zum BRAUNOL Schleimhautantiseptikum, 100 ml
Gebrauchsinformationen zu Braunol Schleimhautantiseptikum
Braunol ist ein Antiseptikum, das zur Anwendung auf Haut, Schleimhaut und Wunden geeignet ist. Es enthält den Wirkstoff Povidon-Iod und wird in einer 7,5%igen Lösung angeboten. Für dieses Produkt ist kein Rezept erforderlich.
Anwendungsgebiete
Braunol wird zur Desinfektion der intakten äußeren Haut oder zur Antiseptik der Schleimhaut verwendet, beispielsweise vor Operationen, Biopsien, Injektionen, Punktionen, Blutentnahmen und Blasenkatheterisierungen. Zudem eignet es sich zur antiseptischen Wundbehandlung, wie bei Druckgeschwüren, Unterschenkelgeschwüren, Verbrennungen und infizierten Hauterkrankungen. Auch für die hygienische und chirurgische Händedesinfektion kann Braunol eingesetzt werden.
Wirkstoffe und Inhaltsstoffe
Der Wirkstoff in Braunol ist Povidon-Iod. Jede 100 g Lösung enthält 7,5 g Povidon-Iod mit einem Gehalt von 10% verfügbarem Iod. Weitere Inhaltsstoffe sind Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat, Natriumiodat, Macrogollaurylether 9 EO (Ph. Eur.), Natriumhydroxid und gereinigtes Wasser.
Gegenanzeigen
Braunol darf nicht angewendet werden, wenn Sie allergisch gegen Povidon-Iod oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels sind. Auch bei einer Schilddrüsenüberfunktion, anderen Schilddrüsenerkrankungen, der chronischen Hautentzündung Dermatitis herpetiformis Duhring oder bei einer geplanten oder durchgeführten Strahlentherapie der Schilddrüse mit Iod (Radioiodtherapie) ist die Anwendung von Braunol nicht geeignet. Zudem sollte das Arzneimittel bei sehr kleinen Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 1500 g nicht verwendet werden.
Dosierung und Anwendung
Braunol ist unverdünnt oder in Verdünnungen zur äußerlichen Anwendung bestimmt. Zur Hautdesinfektion oder Antiseptik der Schleimhaut wird das Präparat unverdünnt aufgetragen. Die Einwirkungszeit beträgt bei talgdrüsenarmer Haut mindestens 15 Sekunden und bei talgdrüsenreicher Haut mindestens 10 Minuten. Bei der präoperativen Hautdesinfektion sollte eine "Pfützenbildung" unter dem Patienten vermieden werden, um Hautreizungen zu vermeiden.
Für die Händedesinfektion wird Braunol ebenfalls unverdünnt verwendet. Zur hygienischen Händedesinfektion werden 3 ml in die Hände eingerieben, gefolgt von einem Händewaschen nach einer Einwirkungszeit von 1 Minute. Zur chirurgischen Händedesinfektion werden 2 x 5 ml in die Hände eingerieben, mit einer Einwirkungszeit von 5 Minuten, während der die Hände durch das unverdünnte Präparat feucht gehalten werden müssen.
Zur antiseptischen Behandlung oberflächlicher Wunden wird Braunol unverdünnt auf die zu behandelnden Stellen aufgetragen. Für antiseptische Spülungen, Waschungen und Bäder kann die Lösung verdünnt werden. Als Richtwerte werden folgende Verdünnungen empfohlen: Spülungen im Rahmen der Wundbehandlung und perioperativen Infektionsprophylaxe 1:2 bis 1:20, antiseptische Waschungen 1:2 bis 1:25, antiseptische Teilbäder ca. 1:25 und antiseptische Vollbäder ca. 1:100.
Die Häufigkeit und Dauer der Anwendung richtet sich nach der vorliegenden Indikation. Braunol kann ein- bis mehrmals täglich angewendet werden. Eine Wundbehandlung sollte so lange fortgeführt werden, wie noch Anzeichen einer Infektion oder einer deutlichen Infektionsgefährdung der Wundverhältnisse bestehen.
Patientenhinweise
Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Braunol ist erforderlich, wenn Sie an Schilddrüsenerkrankungen leiden oder einen Kropf haben. In diesen Fällen sollte das Arzneimittel über längere Zeit und großflächig nur auf ausdrückliche Anweisung des Arztes angewendet werden. Auch nach Beendigung der Therapie sollte auf Frühsymptome einer möglichen Schilddrüsenüberfunktion geachtet und gegebenenfalls die Schilddrüsenfunktion überwacht werden.
Bei gleichzeitiger Lithiumtherapie sollte eine regelmäßige Anwendung von Braunol vermieden werden. Wegen der oxidierenden Wirkung des Wirkstoffes Povidon-Iod können unter der Behandlung mit Braunol verschiedene Diagnostika falsch-positive Ergebnisse liefern. Durch Povidon-Iod kann die Iodaufnahme der Schilddrüse beeinflusst werden, was zu Störungen von diagnostischen Untersuchungen der Schilddrüse führen kann.
Bei Kindern sollte eine wiederholte Anwendung von Braunol vermieden werden. Nach der Anwendung ist eine Kontrolle der Schilddrüsenfunktion notwendig. Die zufällige Aufnahme von Braunol durch den Säugling mit dem Mund muss unbedingt vermieden werden.
Bei älteren Menschen ist die Gefahr einer durch Iod ausgelösten Schilddrüsenüberfunktion erhöht. Sie sollten Braunol daher nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt anwenden. Bei älteren Patienten mit Kropf oder besonderer Veranlagung zu Schilddrüsenfunktionsstörungen sollte eine großflächige und längerfristige Anwendung von Braunol nur auf ausdrückliche Anweisung des Arztes erfolgen.
Schwangerschaft und Stillzeit
Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Braunol nur auf ausdrückliche Anweisung des Arztes und äußerst beschränkt angewendet werden. In diesem Fall ist eine Kontrolle der Schilddrüsenfunktion beim Kind erforderlich. Die zufällige Aufnahme von Braunol durch den Säugling mit dem Mund an der Brust der stillenden Mutter muss unbedingt vermieden werden.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann auch Braunol Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Sehr selten können Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut oder akute Reaktionen des Immunsystems auftreten. Gelegentlich kann es zu einem lokalen Brennen zu Behandlungsbeginn kommen. Bei längerfristiger Anwendung von Braunol auf ausgedehnten Wund- und Verbrennungsflächen kann eine nennenswerte Iodaufnahme erfolgen.
Aufbewahrung
Kleinvolumige Behältnisse (bis zu 250 ml) sollten nicht über 25°C gelagert werden. Für größere Behältnisse sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich. Braunol sollte unzugänglich für Kinder aufbewahrt werden. Das Arzneimittel darf nach dem auf dem Etikett angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwendet werden. Eine weitgehende Entfärbung der Lösung weist auf die Erschöpfung der Wirksamkeit des Präparates hin.
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