
Pangrol 20000 magensaftresistente Tabletten, 200 St
Pangrol 20000 magensaftresistente Tabletten, 200 St
Hersteller: BERLIN-CHEMIE AG
PZN: 06160561
Darreichung: Tabletten magensaftresistent
Inhalt: 200 St
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Gebrauchsinformationen zum Pangrol 20000 magensaftresistente Tabletten, 200 St
Anwendungsgebiet
Dieses Präparat enthält verdauungsfördernde Enzyme aus der Bauchspeicheldrüse von Schweinen, auch als Pankreas-Pulver oder Pankreatin bekannt. Es wird zur Behandlung von Verdauungsstörungen eingesetzt, die durch eine verminderte oder fehlende Funktion der Bauchspeicheldrüse verursacht werden. Für dieses Produkt ist kein Rezept erforderlich.
Wirkstoffe und Inhaltsstoffe
Das Präparat enthält 191,11 mg Pankreas-Pulver vom Schwein, einschließlich 20.000 PhEur-Einheiten Triacylglycerollipase, Amylase und Proteasen. Zusätzlich enthält es verschiedene Hilfsstoffe wie Carmellose-Natriumsalz, mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Eudragit L 30 D-55, Hypromellose, 133,34 mg Lactose-1-Wasser, Macrogol 6000, Magnesiumstearat, Natriumhydroxid, Polysorbat 80, hochdisperses Siliciumdioxid, Simeticon-Emulsion 30%, Talkum, Titandioxid, Triethylcitrat, 1 mmol Gesamt-Natrium-Ion, Bergamott-Aroma und Vanille-Aroma.
Gegenanzeigen
Das Arzneimittel darf nicht eingenommen werden, wenn Sie allergisch gegen Pankreas-Pulver, Schweinefleisch oder einen der sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind. Auch bei einer akuten Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder einem akuten Schub einer chronischen Entzündung der Bauchspeicheldrüse während der voll ausgeprägten Erkrankungsphase sollte das Präparat nicht verwendet werden. In der Abklingphase während des diätetischen Aufbaus kann jedoch gelegentlich die Gabe des Präparates bei weiterhin bestehenden Verdauungsstörungen sinnvoll sein.
Dosierung
Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Die empfohlene Dosis beträgt 1 bis 2 Tabletten pro Mahlzeit, entsprechend 20.000 bis 40.000 Ph.-Eur.-Einheiten Lipase pro Mahlzeit. Die Dosierung richtet sich nach dem Schweregrad der Verdauungsstörung und kann höher sein. Eine Erhöhung der Dosis sollte nur unter ärztlicher Kontrolle erfolgen. Die tägliche Enzymdosis von 15.000 bis 20.000 Einheiten Lipase pro Kilogramm Körpergewicht sollte nicht überschritten werden. Besonders bei Patienten mit Mukoviszidose sollte die Enzymdosis nicht höher sein als für eine angemessene Fettaufnahme notwendig. Über die Dosierung bei Kindern sollte der Arzt entscheiden.
Die Dauer der Anwendung unterliegt keiner Beschränkung und richtet sich nach dem Krankheitsverlauf, der vom Arzt bestimmt wird. Wenn Sie sich nicht besser oder gar schlechter fühlen, wenden Sie sich an Ihren Arzt. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung des Arzneimittels zu stark oder zu schwach ist.
Wenn Sie eine größere Menge eingenommen haben, als Sie sollten, trinken Sie viel Wasser und sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Wiederholte hohe Dosen von Pankreas-Pulver können Narbenbildung oder Verdickung der Darmwand verursachen, was zu einer Verstopfung des Darms führen kann. Extrem hohe Dosen können insbesondere bei Mukoviszidosepatienten zu einer Erhöhung der Harnsäure im Blut und Urin führen.
Wenn Sie die Einnahme vergessen haben, nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, sondern fahren Sie bitte mit der Behandlung wie empfohlen fort. Wenn Sie die Einnahme abbrechen, müssen Sie damit rechnen, dass Ihre Beschwerden zurückkehren können. Nehmen Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt.
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Einnahme
Nehmen Sie das Arzneimittel unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit ein, vorzugsweise zur Mitte der Mahlzeit. Achten Sie darauf, dass die Tabletten unzerkaut geschluckt werden, da das Arzneimittel beim Zerkauen an Wirkung verliert und die enthaltenen Enzyme bei Freisetzung in der Mundhöhle die Schleimhaut schädigen können. Sie sollten reichlich Flüssigkeit (Wasser oder Saft) nachtrinken.
Patientenhinweise
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie das Präparat einnehmen. Bei Patienten mit Mukoviszidose wurde bei Einnahme von hochdosierten Pankreas-Pulver-Produkten eine seltene Darmerkrankung namens "fibrosierende Kolo-nopathie" berichtet. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie an Mukoviszidose leiden und mehr als 10.000 Ph.-Eur.-Einheiten Lipase pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag einnehmen. Als Vorsichtsmaßnahme sollten ungewöhnliche Bauchbeschwerden oder Veränderungen der abdominalen Symptome untersucht werden.
Wenn eine allergische Reaktion auftritt, beenden Sie Ihre Behandlung und sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Eine allergische Reaktion könnte Juckreiz, Nesselsucht oder Hautausschlag beinhalten. In manchen Fällen kann eine ernste allergische Reaktion auftreten, z.B. mit schweren Hautreaktionen, Schwellungen, Wärmegefühl, Schwindel und Ohnmacht, Atembeschwerden, Herzrasen. Dies sind Symptome eines schweren, möglicherweise lebensbedrohlichen Zustands, der als "anaphylaktischer Schock" bezeichnet wird. Wenn dies der Fall ist, rufen Sie umgehend medizinische Hilfe an.
Das Arzneimittel hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Schwangerschaft
Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung aller Arzneimittel Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. Es liegen keine ausreichenden Erfahrungen mit einer Anwendung des Arzneimittels bei schwangeren Frauen vor. Wenn Sie schwanger sind oder wenn Sie stillen, sollten Sie das Präparat nicht einnehmen, es sei denn, Ihr behandelnder Arzt hält die Einnahme für unbedingt erforderlich.
Hinweise
Es ist darauf zu achten, das Präparat unzerkaut zu schlucken, da es aktive Enzyme enthält, die bei der Freisetzung in der Mundhöhle, z. B. durch Zerkauen, dort zu Schleimhautschädigungen führen können. Die Resorption von Folsäure kann durch die Einnahme Pankreaspulver-haltiger Fertigarzneimittel vermindert werden, so dass eine zusätzliche Folsäurezufuhr erforderlich sein kann. Die Wirkung der blutzuckersenkenden Wirkstoffe Acarbose und Miglitol kann durch die gleichzeitige Einnahme des Präparates herabgesetzt werden.
In Einzelfällen sind allergische Reaktionen vom Soforttyp sowie allergische Reaktionen des Verdauungstraktes nach Einnahme von Pankreas-Pulver beschrieben worden. Bei Auftreten dieser allergischen Reaktion muss das Präparat sofort abgesetzt werden und möglichst umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Bei Patienten mit Mukoviszidose ist in Einzelfällen nach Gabe hoher Dosen von Pankreas-Pulver die Bildung von Verengungen in unteren Darmabschnitten beschrieben worden.
Bei darmverschlussähnlicher Symptomatik sollte auch die Möglichkeit von Darmverengungen in Betracht gezogen werden. Bei Patienten mit Mukoviszidose kann vor allem unter Einnahme hoher Dosen von Pankreatin eine erhöhte Harnsäureausscheidung im Urin auftreten. Daher sollte bei diesen Patienten die Harnsäureausscheidung im Urin kontrolliert werden, um die Bildung von Harnsäuresteinen zu vermeiden. Das Präparat darf bei akuter Pankreatitis und einem akuten Schub einer chronischen Pankreatitis während der floriden Erkrankungsphase nicht eingenommen werden.
Sonstiges
Pankreas-Insuffizienz. Pangrol: Ein Mittel der Wahl zur Enzymsubstitution. Exokrine Pankreasinsuffizienz z.B. bei Mukoviszidose, Roemheldschem Symptomkomplex, beschleunigter Darmpassage. Substitution von Verdauungsenzymen bei Störungen der exokrinen Pankreasfunktion, die mit einer Maldigestion einhergehen, so z.B. bei Mukoviszidose und im Verlaufe einer chronischen Pankreatitis bei Meteorismus, beim Roemheldschen Symptomenkomplex, bei gleichzeitig vorliegender Magen- und Dünndarm-Resektion, funktionell beschleunigter Darmpassage, bei Störungen des Leber-Galle-Systems, bei Dyspepsie, bei gleichzeitiger Aufnahme schwerverdaulicher, fetter und ungewohnter Speisen sowie zur Darmentgasung vor bildgebender Diagnostik.
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